Warum ein Check für Google Fonts nicht ausreicht
Ein grünes Ergebnis im Google-Fonts-Checker ist gut, aber nicht alles. Was beim Nachladen passiert, was ein Fonts-Check nicht sieht und was du zusätzlich prüfen solltest.

Unser Google-Fonts-Checker zeigt dir ein grünes Ergebnis? Dann hast du Google Fonts lokal eingebunden oder nutzt andere Schriftarten. Damit hast du einen Datenschutz-Aspekt abgehakt - zumindest für die Seite, die du geprüft hast! Aber stellt deine Website im Hintergrund noch weitere externe Verbindungen her? Wir zeigen, was beim Nachladen passiert, was ein Fonts-Check nicht sieht und was du noch prüfen solltest.
Was beim Nachladen passiert
Technisch: Lädt deine Seite Google Fonts von Google-Servern nach, ruft der Browser deines Besuchers Google direkt auf. Dabei wird seine IP-Adresse an Google in die USA übertragen, ohne dass das für die Darstellung nötig wäre. Bindest du die Schrift dagegen lokal ein, kommt alles von deiner eigenen Domain und es geht keine Verbindung an Google.
Rechtlich: Das Münchener Landgericht sah darin 2022 einen Verstoß und sprach Schadensersatz zu. Seit dem Angemessenheitsbeschluss vom 10.07.2023 (EU-U.S. Data Privacy Framework) dürfen Daten an dort zertifizierte Unternehmen wie Google übermittelt werden, solange ihr DPF-Eintrag aktiv ist. Ob der Beschluss dauerhaft Bestand hat, ist nicht gesichert. Technische Auswertung, keine Rechtsberatung.
Das Muster dahinter gilt nicht nur für Schriften: Sobald dein Besucher etwas von einem fremden Server lädt, erfährt dieser Server seine IP-Adresse.
So sieht ein Ergebnis aus
Der Google-Fonts-Checker lädt deine Seite wie ein Besucher und beobachtet, welche Verbindungen aufgebaut werden, bevor eine Einwilligung möglich ist. Im Ergebnis siehst du, wie er Google einstuft: mit DPF-Eintrag, Gültigkeit und der Empfehlung, die Schrift lokal einzubinden.

Nachladende Google Fonts zeigt der Checker immer als Empfehlung, solange der DPF-Eintrag von Google gültig ist. Läuft er ab, besteht Handlungsbedarf. Zu den Schriften nennt das Ergebnis Schriftnamen und die aufgerufenen Adressen, damit du sie gezielt ersetzen kannst.
Was ein Google-Fonts-Check nicht zeigt
Das Ergebnis oben sagt nur etwas über Schriften von Google. Es sagt nichts darüber, was deine Seite sonst noch tut. Typische Beispiele, die ein solcher Check bewusst nicht bewertet:
- Cookies und Tracking: Welche Cookies werden gesetzt, und läuft Tracking schon, bevor jemand eingewilligt hat?
- Externe Dienste: Welche weiteren Drittanbieter werden kontaktiert, zum Beispiel für Karten, Videos, Schriften anderer Anbieter oder Skripte, und auf welcher Rechtsgrundlage?
- Serverstandorte und Datenmenge: Wo stehen die Server, die deine Besucher erreichen, und wie viele Daten überträgt die Seite?
- Alle anderen Seiten: Der kostenlose Check prüft nur die Seite, die du eingibst. Eine Unterseite mit Karte oder eingebettetem Video kann trotzdem Verbindungen aufbauen.
Dazu kommt: Ein Ergebnis ist eine Momentaufnahme. Wer nach einem Relaunch, einem Plugin-Update oder einem neuen Werbebaustein nicht erneut prüft, weiß nicht, ob die Seite noch sauber ist. Ein grünes Ergebnis heute gilt nicht für morgen.
Was du tun kannst
- Prüfe mit dem Google-Fonts-Checker, ob deine Seite Schriften von Google nachlädt. Das geht kostenlos und ohne Anmeldung in unter einer Minute.
- Binde gefundene Schriften lokal ein oder ersetze sie.
- Lass die Seite danach auf Cookies, externe Dienste und weitere Auffälligkeiten prüfen, mit dem kostenlosen Check im Webscanner. Mit einem Premium-Paket prüfst du außerdem regelmäßig, je nach Paket Websites mit bis zu 1.000 Unterseiten.


